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Here are posterous posts filed under zensur...

chris97 says...

Ein Standardreflex bei Autoren gelöschter Kommentare ist der Vorwurf der Zensur oder der Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Dieser Vorwurf geht ins Leere. Zensieren kann nur der Staat, ein Blogger kann per definitionem nicht zensieren. Er hat das Hausrecht und kann nach eigenem Gutdünken entscheiden, wer bei ihm was sagen darf und wer nicht. [...] Die Pflege eines Blogs funktioniert nach der “Broken-Windows-Theorie”. Wenn die Atmosphäre gesittet und anspruchsvoll ist, benehmen sich auch unbequeme Zeitgenossen meist gesittet. Wenn allerdings die ersten Trolle im Blog ihre Duftmarken setzen, dauert es nicht lange, bis andere Trolle folgen. Dann ist es allerdings bereits zu spät, hier moderierend einzugreifen. Ist die Kommunikationsplattform erst einmal gekapert, wird man die Trolle nie wieder los – Heise und SPON können wohl ein Lied davon singen. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, moderiere ich “präemptiv”, um das Trollproblem bereits zu beseitigen, bevor es erst richtig beginnt.

Weiterlesen beim Spiegelfechter

Jens fasst perfekt zusammen, wie wir es seit Jahren auch auf F!XMBR handhaben...

Filed under: Zensur

admartinator says...

Ein Überangebot an spontaner Gegenliebe hat das neue Album von RAMMSTEIN auf den Pop-Olymp getragen. Nach der ersten Verkaufswoche stand “Liebe ist für alle da!” unerreicht auf Platz 1 aller Verkaufslisten und kann sich damit schon jetzt des Platins sicher sein.

Ein klein wenig übertrieben haben die Jungs da ja schon, auch wenn die Verkäufe des Skandal umwobenen und zensurusalierten Albums eine andere Sprache sprechen. Bei der Band ist es meistens so - entweder man liebt sie oder man hasst sie. Lange Zeit konnte ich auch nichts mit der Musik anfangen. Komischer Weise hat mich gerade die kürzliche Indizierung neugierig gemacht. Mehr noch - derzeit dudelt nichts anderes aus den Lautsprechern.

BTW: die Jungs sind eigentlich ganz "normal", wie man hier in dem Making Of sehen kann.

Liebe oder Hass? Wie seht ihr das?

Filed under: zensur

chris97 says...

Dieter Gosewinkel traute seinen Ohren nicht, als am 15. Oktober im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung Fremde? Bilder von den Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1871 feierlich eröffnet wurde. Mit Hunderten von Exponaten reflektiert diese Schau die Entstehung und Wirkung von Fremdbildern in den beiden Nachbarländern. Sie vergleicht die jeweiligen Stereotype über »die Fremden« – von der Zigeunerkarikatur bis zur Roberto-Blanco-Platte – und untersucht ihre Bedeutung für den Prozess der nationalen Selbstfindung.

Weiterlesen bei der Zeit

Es ist unfassbar, was in diesem Land mittlerweile los ist. Da werden zur Maueröffnung Jubelperser nach Berlin geschafft, die Öffnung des Brandenburger Tores wird damit gefeiert, dass es geschlossen wird. Und nun wird auch die Kunst zensiert, die ja auch immer Mahnungen an die Politik richtig.

Ich behaupte: Viele Politiker, die in verantwortlicher Position stehen, stehen mit einem Fuß neben unserer Demokratie. Aber wahrscheinlich sehe ich das alles zu schwarz. In Deutschland gibt es keinen Rassismus, wie es auch keine Zensur gibt...

Filed under: Zensur

sa7yr says...

Ein Benutzer des Social-Networking-Portals wer-kennt-wen.de (Kritik) wurde offenbar für eine angebliche "Störung des öffentlichen Friedens" denunziert (Wikileaks mit PDF-Dokument), ohne dem Nutzer auch nur nachträglich die Datenweitergabe zur Kenntnis zu geben.

Gegen den Nutzer erging ein Strafbefehl, der ihm ebenfalls nicht übermittelt wurde und aufgrunddessen er alternativ zu 500 € Geld- oder 50 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Hätte er den Strafbefehl gekannt, hätte er die Möglichkeit gehabt, die Vollstreckung der Freiheitsstrafe durch Zahlung der Geldstrafe abzuwenden.

Konkreter Vorwurf: er hat zwei Liedtexte zitiert, nämlich von "K.I.Z" und "Prinz Porno". Aus dem Strafbefehl:

... stellten Sie ... unter der Rubrik "Was Butch gerade macht" den Eintrag "Das ist die mossberg gauge 12 pump action einfach halten und keinsten an der schulter an setzen die streut wie sau die bringt dich ins nirvana frag kurt" ein.

... tätigten Sie den Eintrag "Die Sonne scheint so hell. Die Vögel singen schief. Ich will töten, töten, töten. Der Winter ist vorbei. Ich habe Frühlingsgefühle. Ich will töten, töten, töten."

Die Einträge waren geeignet den öffentlichen Frieden zu stören, was Sie billigend in Kauf nahmen

Für mich liest sich das wie ziemlicher Schwachsinn, den jemand in sein öffentlich zugängliches Tagebuch geschrieben hat. Niemand wird bedroht. Kein Hinweis darauf, dass irgend etwas davon geplant wäre. Kaum anzunehmen, dass die Gedankenfetzen einen näheren Realitätsbezug hätten als den Konsum von Filmen, Musik und Künstlerbiographien.

Kein durchschnittlich intelligenter Rezipient ( Zur Rezeption von Inhalten, die tubuisiert werden, etwa: Killerspiele -- Tag Rezeption) wird sich durch solche Äußerungen eines 20-jährigen ernsthaft im Sinne einer "Morddrohung" belästigt fühlen können.

Hinzu kommt juristisch Brisantes:

Der Strafbefehl erging gegen einen Heranwachsenden, verurteilt wurde allerdings nach Erwachsenenstrafrecht (was prinzipiell zulässig ist). Angesichts derartiger Äußerungen wäre es mehr als angezeigt gewesen, sich über die geistige Entwicklung des Angeklagten persönlich zu versichern. Es ist nämlich sehr naheliegend, dass dem Täter aufgrund fehlender Reife noch eine Behandlung nach Jugendstrafrecht zugestanden hätte.

Bei Strafurteilen aufgrund von Äußerungen müssen Meinungsfreiheit und die strafrechtlich zu schützenden Verfassungsgüter ganz besonders sorgfältig abgewogen werden (Wechselwirkungslehre). Gibt es eine Auslegung des Geäußerten, die nicht strafbar wäre, so kann der Angeklagte für die Äußerung nicht verurteilt werden. Hier ist ja schon sehr naheliegend, dass es sich nicht um ernst gemeinte Äußerungen handelt. Sie können daher auch als Satire ausgelegt werden - womit eine Strafbarkeit ausscheidet.

Die Verurteilung ohne Anhörung ist auch bei einem Strafbefehl selbstverständlich rechtswidrig.

Nicht nur aus Gründen der Solidarität möchte ich auch anmerken, dass mir angesichts solchen Schwachsinns eines Richters auch nach: töten, töten, töten zumute ist ;-)

Verantwortlich für den Strafbefehl ist:

Richter Seeberger

Amtsgericht Kaiserslautern

Bahnhofstraße 24

67655 Kaiserslautern

Tel.: (0631) 3721-0

Filed under: zensur

Wir vertrauen darauf, dass der bestehende Wettbewerb die neutrale Datenübermittlung im Internet und anderen neuen Medien (Netzneutralität) sicherstellt, werden die Entwicklung aber sorgfältig beobachten und nötigenfalls mit dem Ziel der Wahrung der Netzneutralität gegensteuern.

Erstaunlich, dass sich das Wort Netzneutralität überhaupt in der Koalitionsvereinbarung der frisch gebackenen Koalitionäre von CDU/CSU und FDP findet. 
Aber was bedeutet das?


Netzneutralität,  zu bewahren ist nicht nur ein Thema, das Internetprovider angeht. Wenn Provider im Auftrag des Staates Verbindungen zu bestimmten Netzadressen abfangen und manipulieren und statt der angeforderten Website ein Stoppschild anzeigen, um den so entmündigten Bürger vor schlimmerem zu  bewahren (Zugangserschwerungsgesetz), dann ist hier natürlich - zur Herstellung der Netzneutralität - auch der Staat gefordert, seinen Auftrag zur Manipulation zurück zu nehmen. Die Infragestellung der Internetsperren ist damit ein erster, wenn auch zu zaghafter Schritt, in die richtige Richtung.

Der erste Teil des zitierten Satzes ist neoliberale Ideologie. Denn abgesehen davon, dass der Wettbewerb Netzneutralität nicht sicherstellt, sondern Internetprovider eher dazu anregt, manipulierend in den Datenverkehr einzugreifen, um eigene Marktpositionen zu stärken, sind die Marktkräfte natürlich gänzlich ungeeignet staatliche Eingriffe in die Neutralität des Netzes zu verhindern, oder rückgängig zu machen.

Falls also der oben zitierte Satz aus dem Koalitionsvertrag irgend eine Bedeutung hat und in der zukünftigen Politik eine Rolle spielen wird, steht uns ein kleines Wunder bevor.
Das Zugangserschwerungsgesetz wird verschwinden, bevor es in Kraft trat. Der Staat wird komplett auf Eingriffe in den Netzverkehr verzichten. Darüber hinaus werden - nachdem die "sorgfältige Beobachtung" ergeben haben wird, dass der freie Markt hier nicht wie erhofft wirkt - die Bedingungen geschaffen, die die Internetprovider die Netzneutralität missachten dazu bringen die Neutralität ihrer Netzverbindungen herzustellen. Die übliche Form dafür ist ein Gesetz.

So zaghaft und vage das Thema Internetsperren im Koalitionspapier behandelt wird, ist allerdings zu bezweifeln, dass Netzneutralität konsequent und verbindlich politisch umgesetzt wird.

Filed under: zensur

(download)

Die Juristen der Universität Leipzig veranstalten eine Vorlesungsreihe "Recht und Internet". Die Vorträge sind nach Aussage des Veranstalters allgemeinverständlich gehalten und damit auch für netzinteressierte Nicht-Juristen geeignet.
Heute um 19.00 Uhr startet die Reihe mit einem Vortrag von Ansgar Koreng zum Thema: "Netzsperren-Zensur oder notwendige Zähmung des Internet" im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße. 6, 1. OG.

Zitat des Veranstalters:

Diese Vortragsreihe ist ein Muss für den (rechts)politisch interessierten Bürger. Zielgruppe sind auch Nichtjuristen, da die komplexen Themen sehr anschaulich dargestellt werden. (P. Hense)

Man kann sich hier:

https://www.xing.com/events/vortragsreihe-internet-leipzig-401234

für die Veranstaltung anmelden.


 

Filed under: zensur

netzgeist says...

Ist das nicht auch eine Form von Faschismus? Da gibt es Personen (Bronco-Admins from outer Space oder was?), welche die Relevanz von Artikeln nicht etwa daran festmachen, ob dieser Artikel denn geeignet ist, den entsprechenden Begriff/das Thema zu erläutern, nein, diese Neo-Wissensweb********* schauen, inwiefern ihr eigener Relevanzsensor von dem Thema an sich angesprochen wird. Und wenn der nicht anspringt, dann wird eben gelöscht. Artikel, Verweise, unliebsame User... tbc

Das, liebe Leute, ist einfach Scheiße. Machtfantasien sind ja etwas Schönes. Wenn es zum Wohlfühlen im wahren, dem realen Leben nicht reicht, wenn dort eben keine Rolle gespielt wird, oder aber das Selbst für so wichtig genommen wird, das es als Maßstab für "die Anderen" reiche, dann wird halt dort Macht ausgeübt wo es eben machbar ist. Manche halten dann im örtlichen Dingenskirchenverein Hof, andere klicken zum Beispiel in der Wikipedia rum.

Beispiele: Löschkandidaten, oder auch hier (hier geht es soweit, dass sogar unliebsame User, Zitate in anderen Artikeln etc. gelöscht werden), hier, ...
Komisch, diese Wikipedia-Probleme sind typisch Deutsch... da scheint der Begriff Blockwart nicht sooo verkehrt gewählt zu sein.

Edit: Leicht abgemildert, Spitzen rundgefeilt

Filed under: Zensur

Blog-Artikel, mit einer Stellungnahme zur Koalitionsvereinbarung der Arbeitsgruppe innere Sicherheit, von Malte Spitz, Medien-, Netzpolitiker und Mitglied im Bundesvorstand der Grünen.
Sein Fazit: Abwarten bis alle Details der Vereinbarung bekannt sind und dann beurteilen, ob beim Thema Internetsperren wirklich ein echter Fortschritt erreicht wurde. Für das BKA-Gesetz kann man das jetzt schon verneinen.

Zum Artikel von Malte Spitz (klick)


Filed under: zensur

repedo says...

Wer hätte gedacht, dass das Zugangserschwerungsgesetz - bekannt als Zensursula - wirklich im Zuge der Koalitionsverhandlungen gekippt werden würde. Ob es an der knapp 15%-Wahlergebnis-starken FDP oder am Druck der Öffentlichkeit gelegen hat, werden wir wahrscheinlich nie heraus bekommen. Letztlich war es sicher die Kombination aus beidem verstärkt durch den Wunsch des Herrn Schäuble Minister zu bleiben. Denn sicher wäre es der CDU beim Kungeln um die zu vergebenden Posten mit der FDP nicht leicht gefallen Herrn Schäuble wieder als Innenminister zu platzieren, wenn der sich bei diesem - von der FDP als so wichtig betonten - Thema all zu betonköpfig gegeben hätte.

Das nicht weniger wichtige - aber etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geratene - Problem der Vorratsdatenspeicherung ist meiner Meinung nach durch die Begrenzung der Verwendung nur für "schwere Gefahrensituationen", nicht wirklich entschärft. Denn die Kommunikationsdaten aller Bürger, Organisationen und Firmen werden weiterhin erhoben und gespeichert und können folglich auch missbraucht werden. Dem der Missbrauch betreibt kann es im Grunde egal sein, ob das Gesetz eine legale Verwendung für weniger schwere, oder besonders schwere Verbrechen vor sieht.
Die Forderung  nach der Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung bleibt daher aktuell und kann mit der Verschiebung lediglich des Verwendungszwecks der Daten, nicht als erledigt betrachtet werden. Denn gläserne Bürger sind zerbrechlich!


tagesschau.de Meldung

http://www.tagesschau.de/inland/koalitionsverhandlungen150.html

Filed under: zensur

Neben der Postkarten-Aktion des AK-Vorratsdatenspeicherung (siehe Eselsohr hier rechts oben) gibt es einen offenen Brief von FoeBuD e.V. mit der Aktionsplattform Campact.de, um Einfluss auf die Koalitionsverhandlungen zu nehmen. Es soll erreicht werden, dass die FDP zu ihren Forderungen zum Erhalt der Bürgerrechte auch und gerade in den Koalitionsverhandlungen steht. Es geht darum, das Zugangserschwerungsgesetz aus dem Hause von der Leyen zu verhindern und die Vorratsdatenspeicherung und die Onlinedurchsuchung im BKA-Gesetz, rückgängig zu machen.

Die Grünen setzten sich gegen die Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und Internetsperren, also für ein freies Internet und eine freie Gesellschaft  ein. (Netzpolitischer Aufruf)

Wenn du jetzt für die Wahrung deiner Bürgerrechte eintreten willst kannst du dies tun, indem du  den offenen Brief an Frau Leutheusser-Schnarrenberger unterzeichnest und/oder du beteiligst dich an der Poskarten-Aktion des Ak-Vorratsdatenspeicherung.

Filed under: zensur