Soziale Spaltung & schwindende Vielfalt - taz.de
Weitere Zahlen der Senatsantwort belegen noch einmal deutlich, wovon in den Diskussionen um die Recht-auf-Stadt-Initiativen immer schon die Rede war: dass in den letzten zehn Jahren der Bestand an Sozialwohnungen um gut 30 Prozent zurückgegangen ist; dass die Verwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen rasch voranschreitet und dass städtisches Eigentum der Stadt vorzugsweise an Privateigentümer und private Investoren verkauft wird.
Aufschlussreich sind auch die Einkommenstatistiken in den Vierteln. So hat sich in St. Georg der Gesamtbetrag der steuerpflichtigen Einkünfte zwischen 1995 und 2004 um etwa ein Fünftel erhöht. Dass sich die Anzahl derer, die in St. Georg Sozialleistungen beziehen, zwischen 1999 und 2008 dabei um gut drei Fünftel erhöht hat, ist laut Bischoff Ausdruck der sozialen Spaltung.
Die Linke hat eine große Anfrage zum Thema Stadtentwicklung gestellt. Die Antworten sind, z.B. für St. Georg, nicht gerade beruhigend was die soziale Spaltung innerhalb des Stadtteils angeht.
Die bereits lange geforderte soziale Erhaltungsverordnung hätte vor zwanzig Jahren noch etwas bewirken können. Heute dürfte es zu spät sein.






