... badete nie im See Genezareth
Derzeit habe ich doch relativ viel Zeit totzuschlagen. Und das möglichst ohne mich allzuviel zu bewegen. Da steigt der Literaturverbrauch rapide an. Und somit ergab sich auch die Gelegenheit, mir endlich mal etwas von Hakan Nesser zu holen. Der steht bei mir schon lange auf der Liste jener Autoren, die dringend mal gelesen werden sollten. Es wurde, wie es der Zufall und der Bestand der Verdener Stadtbibliothek so will "Kim Novak badete nie im See Genezareth". Was für ein Glück!
Nesser erzählt hier die Geschichte eines Sommers in Schweden in den sechziger Jahren. Und die Erlebnisse zweier Jungs, die diesen Sommer, meist gemeinsam mit dem erwachsenen Bruder des einen, in einer Hütte am Mökelsee verbringen. Erlebnisse, welche in einem Mord gipfeln. Und dieser Mord wird erst nach ungefähr 40 Jahren aufgeklärt. Außerdem handelt das Buch auch von den Wirrungen der männlichen Pubertät und dem Schwierigkeiten mit dem Erwachsen werden. Hakan Nessers Kunst besteht in der gleichzeitigen Leichtigkeit und Intensität, mit welcher er von Erik und Edmund, Eriks großem Bruder Henry, von Ewa Kaludis und den anderen Protagonisten und ihren Erlebnissen in diesem Sommer, stets aus der Sicht Eriks, erzählt.
In Schweden gehört dieses Buch mittlerweile zur Schullektüre, das mag einiges über die literarische Qualität aussagen, nicht zuletzt ist "Kim Novak badete nie im See Genezareth" aber auch einfach eine toll erzählte Geschichte. Anfangs musste ich an Steven Kings "Stand by me" denken, das allerdings würde dem Buch von Hakan Nesser nicht gerecht werden. Sein Roman ist, trotz deutlich geringeren Volumens, dichter, packender und europäischer. Lesen!
Taschenbuch: 288 Seiten Verlag: btb Verlag (19. September 2007) Sprache: Deutsch ISBN: 3442724813