May the Force be with Him! - The tragic life of the Silver Surfer
Der Silver Surfer: der kosmischste aller Superhelden, und vielleicht auch einer ihrer tragischsten Vertreter. Konzipiert für die Marvel-Serie Fantastic Four # 48-50 (1966) von Stan Lee (Texte) und Jack Kirby (Zeichnungen), schuf sich der Surfer bald seine eigene Fan-Gemeinde und hatte von 1968-1970 eine (leider kurzlebige) eigene Serie.
Norrin Radd ist ein angesehener Mann auf dem Planeten Zenn-La. Eines Tages taucht der 'Weltenverschlinger' Galactus auf, der im wahrsten Sinne des Wortes von der Energie sterbender Planeten lebt. Mit anderen Worten: er isst sie! Um Zenn-La vor der Gier Galactus' zu verschonen, opfert sich Norrin Radd und erklärt sich bereit, seinem neuen Herrn als Herold zu dienen und in den endlosen Weiten der Galaxien vorzugsweise unbewohnte Planeten ausfindig zu machen, damit diese von Galactus verspeist werden können. Das ist der Deal zwischen beiden. Dafür opfert Norrin alles und wird zum Silver Surfer. Eines Tages erreicht er die Erde; angetan von der Energie, die diesen Planeten umgibt, vergisst Galactus sein Versprechen, nur karge und unbewohnte Planeten zu konsumieren. Um die Menschen der Erde (die ihn letztlich verachten) zu retten, opfert sich der Surfer ein zweites Mal und stellt sich gegen seinen Herrn, Seite an Seite mit den Fantastic Four. Am Ende gewinnt das Gute; aber der Surfer hat eigentlich nur verloren: erst Zenn-La (und damit seine Heimat, seine Frau und seine Freunde) und nun ist er nach dem epischen Kampf mit Galactus von diesem verbannt worden und auf der Erde gefangen (wo ihn alle hassen, obwohl er sie gerettet hat).
Was diese Figur des Surfer so faszinierend macht, ist seine Reinheit und Güte, die ihn umgibt. Er ist in seinem Wesen schon fast eine messianische Figur, die sich für andere aufopfert und doch nicht verstanden wird. Er hat die unstillbare kosmische Macht in sich; er versteht das große Ganze - und genau darin begründet liegt vielleicht auch seine Tragik.
Möge die Macht mit ihm sein!
(Ich weiß, diese Worte gebühren eigentlich einem anderen. Nicht böse sein, Star Wars-Anhänger! Aber euer Guru George Lucas hat sich ja auch aus verschiedenen Versatzstücken sein Imperium geschaffen; obwohl 2001 technisch besser und intelligenter ist; obwohl die 30er Jahre-Serials Flash Gordon oder Buck Rogers - mit Larry "Buster" Crabbe - viel kultiger sind; obwohl andere SF-Figuren wie die Roboter der 50er Jahre SF-Schinken mehr Charme haben, etc. Aber das ist eine andere Geschichte...)




