In letzter Zeit ist ziemlich kurioses und skurriles vorgefallen. Nein, es kommt jetzt kein Schwank aus meinem Leben. Geprägt von One-Page-Management und Executive-Summaries auf der Arbeit, bin ich es gewohnt mich kurz zu fassen und mich auf's Wesentliche zu konzentrieren. Aber eigentlich weiß ich gerade gar nicht so genau was das wesentliche ist. Etwa, dass meine monogame Fernaffäre aus Hamburg am letzten Sonntag während des "Aktes" angefangen hat zu weinen? Oder dreht es sich vielmehr um das Gespräch danach und um den Hintergrund. Ihre Begründung war nämlich, dass sie währenddessen realisiert hat, dass sie mich nur für diesen Teil ihres Lebens haben kann, aber doch eigentlich mehr will. So, dann war natürlich erstmal Krisengespräch angesagt. Ein denkbar schlechteres Timing hätte sich die Gute aber leider auch wirklich nicht aussuchen können. Entweder fand sie das ganze sowieso irgendwie zum heulen, oder die Tatsache, dass sie das "grandiose Ereignis" nicht öfter genießen kann, trieb ihr die Tränen in die Augen. Man weiß es nicht. Ich am allerwenigsten. Auf alle Fälle war sie dann kurze Zeit später wieder guter Dinge. Sie wollte wieder. Ich aber nicht. Nicht mehr. Kein Sex. Naja gut, ich geb's ja zu - später dann doch wieder. Aber ich hatte ja fast schon wieder Angst, dass sie nochmals anfängt. zu weinen.
Seit diesem Abend war erstmal Funkstille angesagt. Naja, sie ist wieder in HH, und ich - nicht. Aber da kommt mir doch wirklich mal wieder die Frage. Warum wollen Frauen das, wollen es aber doch nicht. Die Fronten sind geklärt gewesen und ich brauch jetzt keinen Monolog à la Keinohrhasen führen, in dem ich mich dafür rechtfertige. Vielmehr muss das an der Mr.Big Tatsache liegen. Mr.Big ist in diesem Fall nicht mein bestes Stück, sondern vielmehr ein "Dreckstück". Mr Big. Ihr, die Frauen, liebt Mr Big's:
Immer wieder trefft ihr sie. Im ersten Moment "Arschloch", im zweiten Moment "Arschloch" und im dritten Moment "Mr.Big". Ihr trefft sie beim Sport, in der Uni, in der Kantine in der Mittagspause und ist er einmal da, lässt er euch nicht mehr los. oder so. Mr.Big charakterisiert sich dadurch, dass ihr nie genau wisst woran ihr bei ihm seid. "Mag er mich?" "Bin ich ihm egal?" Du weißt nicht mehr ob er dir gut tut oder ob er genau das Gegenteil mit dir anstellt. Ob du ihn bekommen kannst. Ob er mit dir spielt. Egal: Du willst einfach mehr. Punkt. Und warum rennt ihr dann so ins Verderben?
Genau deshalb. Euch gefällt der Reiz, etwas Besonderes sein zu müssen. Wenn der Mann eigentlich "jede haben kann", aber er eben genau Dich will. Gedanken wie:
"Vielleicht bin ich ja genau die, die er sucht und für immer will. Die Eine. Nicht wie alle anderen. Ich bin anders. Ich kann ihn ändern"
Solche Gedanken reizen euch einfach viel zu sehr, machen euch neugierig. Ein Arschloch, das euch auf Händen trägt. Das wollt ihr. Mr. Big eben. Erste Frage an mich: Will ich wirklich ein Mr.Big sein?
Und die viel wichtigere Frage: Was hat jetzt der Blumenkohl in der Überschrift zu suchen? Für zweiteres hätte ich zumindest eine Antwort parat: Blumenkohl gab's zum Abendessen.