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Here are posterous posts filed under qualitätsjournalismus...

larsbas says...

Leitlinien des Sportjournalismus

Sportjournalisten - gleichgültig in welchem Medium tätig und unabhängig vom Arbeitsverhältnis - verpflichten sich in ihrer Arbeit zu folgenden ethischen Ansprüchen und beruflichen Zielsetzungen:

  1. Das berufsständische Privileg, das Sportjournalisten durch Artikel 5 des Grundgesetzes, die Allgemeinen Erklärungen der Menschenrechte, die Konvention des Europarates sowie die nationalen Pressegesetze, Rundfunkrechte und Staatsverträge zugestanden wird, ist verantwortungsbewusst und moralisch unanfechtbar anzuwenden.
  2. Sportjournalisten widersetzen sich jeder nationalistischen, chauvinistischen, rassistischen, religiösen und politischen Verleumdung und Ausgrenzung.
  3. Sportjournalisten bearbeiten und bewerten alle Bereiche des Sports. Sie üben damit eine öffentliche Kontrollfunktion aus. Sportjournalisten setzen sich für einen humanen, von Korruption und Doping freien Sport ein.
  4. Sportjournalisten lassen sich von niemandem vereinnahmen und instrumentalisieren, wahren ihre journalistische Unabhängigkeit und lehnen Einladungen und Geschenke ab, die diese in Frage stellen könnten.
  5. Menschenwürde, der Schutz der Persönlichkeit und die Intimsphäre sind in der sportjournalistischen Arbeit zu achten. In jedem Fall sind die Folgen der Berichterstattung zu bedenken.
  6. Grundlagen der Arbeit sind sorgfältige Recherche, korrekte Wiedergabe von Zitaten und eine unmissverständliche Sprache. Sportjournalisten verpflichten sich zur wahrheitsgemäßen und sachlichen Berichterstattung.
  7. Sportjournalisten setzen sich für journalistische Qualität ein. Sie streben ein hohes Aus-und Fortbildungsniveau des Berufsstandes an.
  8. Sportjournalisten pflegen trotz der Konkurrenz der Medienbereiche und Mediensysteme untereinander einen fairen Umgang und offene Kritik und verpflichten sich zur gegenseitigen Wertschätzung.

Da könnte sich doch so mancher Sportjournalist hierzulande mal eine dicke Scheibe von abschneiden...

Filed under: Qualitätsjournalismus

Lars says...

Es gibt tatsächlich Journalisten, die die PR-Maßnahme Pressemeldung, gelinde gesagt, nicht gutheißen, meistens aus sehr verständlichen Gründen. In der letzten Zeit sind mir in dieser Hinsicht drei Redakteure aufgefallen. Mit diesen Drei starte ich jetzt hier einfach mal eine Liste; eine Liste von Medienmenschen, die sich darüber freuen würden, wenn sie nie wieder eine Pressemeldung bekämen.

Vielleicht wächst diese Liste ja weiter. Vielleicht finden sich mehr Kollegen dieser Drei, die sich anschließen oder schon längst angeschlossen haben. Und vielleicht sind Sie ja auch ein solcher Journalist, der keine Meldungen mehr bekommen möchte. Oder Sie kennen jemanden. Sagen Sie es mir.

Vielleicht wird es ja irgendwann so kommen, dass die Menschen auf dieser Liste wirklich keine unsinnigen Meldungen mehr bekommen, von niemandem. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es für PRler schwer ist, sich von bewährten traditionellen Praktiken zu lösen und dass es nicht einfach ist, andere davon zu überzeugen, dass die pure Länge von Presseverteilern nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Allerdings: Wenn Social Media uns etwas lehrt in der PR, dann ist es, Altes zu überdenken, auf Tauglichkeit zu prüfen und dann eventuell anders zu machen.


Aktion Die letzte Pressemeldung

Jens Bergmann, Redakteur bei brand eins sagt hier:
"Was ich sofort lösche, sind Mails mit dem Betreff „Pressemitteilung“ oder „Einladung zur Pressekonferenz“, denn sie sind uninteressant für ein Monatsmagazin mit langen Produktionsrhythmen, das auf exklusive Stoffe angewiesen ist. Es wäre ein großes Glück für mich, nie wieder eine Pressemitteilung zugesendet zu bekommen."

Björn Sievers, Redakteur bei Focus Online, sagte am Donnerstag auf einer Veranstaltung der GPRA sinngemäß
Ich freue mich auf den Tag, an dem ich meine letzte Pressemitteilung zugeschickt bekomme.

Und ich erlaube mir, auch Wolfgang Sommergut, Redakteur bei der Computerwoche, hinzuzuzählen, der bei Volker Weber folgendes kommentierte:
"Die Agenturen haben das Instrument der Pressemitteilung kaputt gemacht, weil es so einfach ist, jeden Pipifax per E-Mail an einen möglichst großen Verteiler rauszuschicken. Die Öffnungsrate dieser Nachrichten liegt vermutlich bei unter 1 Prozent, die meisten solcher Neuigkeiten lösche ich, ohne sie zu lesen. Ich bin nur gespannt, wie lange die Auftraggeber ihre Agenturen für diesen nutzlosen Service noch bezahlen."

Filed under: Qualitätsjournalismus

Filed under: qualitätsjournalismus

Lars says...


Elektrischer Reporter – Zukunft des Journalismus: wer soll das bezahlen?

Filed under: Qualitätsjournalismus

larsbas says...

Was jeder Journalist können und kennen muss:


1. Webbrowser als Basis-Werkzeuge der Online-Recherche beherrschen
2. Universalsuchmaschinen und deren erweiterte Suchfunktionen einsetzen
3. Wikipedia nicht als Quelle verwenden
4. Kollaborative Projekte ("Social Media") wie Newsgroups, Social Networks, Weblogs, Social Bookmarks, Twitter etc. laufend nutzen
5. Spezialisierte Suchdienste verwenden
6. Quellen und Informanten so effektiv schützen wie bei anderen Recherchen
7. Digitalen Quellen prüfen
8. Recherchen anonymisieren und verschleiern
9. Recherchen planen und protokollieren
10. Recherche-Ergebnisse gerichtsfest archivieren

via Detlef Borchers

Filed under: Qualitätsjournalismus

Lars says...

 

brand eins Redakteur Jens Bergmann im Interview:

 

 

Warum sind Redaktionsbesuche überflüssig?

Wer Öffentlichkeitsarbeit betreibt, sollte eine interessante Geschichte mit ein paar aussagekräftigen Zeilen per Mail verkaufen können. Wenn der Vorschlag auf Interesse stößt, trifft man sich selbstverständlich mit den Menschen, um die es geht – idealerweise in deren natürlicher Umgebung. Ich habe den Eindruck, dass Redaktionsbesuche vor allem dazu dienen, die Kunden zu beeindrucken nach dem Motto: Da schau her, welche tollen Kontakte wir zur Presse haben! Für mich haben diese Termine selten Nährwert, kosten aber viel Zeit. Mir ist ein Themenvorschlag per Mail am liebsten: Der hat außerdem den Vorteil, dass ich ihn rasch mit meinen Kollegen austauschen und diskutieren kann. Was ich sofort lösche, sind Mails mit dem Betreff „Pressemitteilung“ oder „Einladung zur Pressekonferenz“, denn sie sind uninteressant für ein Monatsmagazin mit langen Produktionsrhythmen, das auf exklusive Stoffe angewiesen ist. Es wäre ein großes Glück für mich, nie wieder eine Pressemitteilung zugesendet zu bekommen.

 

Filed under: Qualitätsjournalismus

Lars says...

"Trotzdem glaube ich nicht, dass Journalisten gleichzeitg für Online und eine Zeitschrift arbeiten können. Geschichten in der ,Bunten' verlangen Spitzenschreiber"

So zitiert die Horizont die Chefredakteurin der Bunten, Patricia Riekel. Abgesehen davon, dass ich das mit den Spitzenschreibern spontan in Frage stellen würde: Sagt damit die gute Frau Riekel nicht auch, dass sich die Leser den Online-Auftritt der Bunten gleich sparen können, weil qualitätsjournalistisch ohne Wert? Was sagen wohl die Werbekunden dazu?

Gelesen bei Herrn Niggemeier.

Filed under: Qualitätsjournalismus

Lars says...

Medien-Trendmonitor 08/2009
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Filed under: Qualitätsjournalismus

Lars says...

...aus der Sicht eines Journalisten. (und das meine ich genau so wie geschrieben, völlig ohne die in Social Media fast schon standardisierte Ironie, Bewertung oder Häme):

"Ich mache nicht Werbung für eine Telefonfirma, sondern eine Telefonfirma wirbt in meinem Blog. Ich bin immer wieder von neuem verblüfft, wie schwer es bei diesem Thema ist, Subjekt und Objekt auseinander zu halten.

Und, ja: Ich hoffe, dass die Qualität der redaktionellen Inhalte dieses Blog attraktiv für Werbekunden macht. Und dank der Werbekunden kann ich es mir leisten, ein bisschen mehr Zeit in die Qualität der redaktionellen Inhalte dieses Blogs zu stecken."

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"Ich habe weder gesagt noch gemeint, “ich muss doch auch mein geld verdienen”. Dass sich “all die” Leute “GARNICHT” der Diskussion stellen, kann ich auch nicht sehen. Sascha Lobo stellt sich ihr, Johnny von “Spreeblick” z.B. auch.

Um meine Grenzen anschaulich zu machen: Ich würde in meinem Blog trotz meiner persönlichen deutlich abweichenden Meinung in dieser (und vielen anderen Fragen) auch Werbung von der CDU oder sogar Frau von der Leyen höchstpersönlich akzeptieren, aber zum Beispiel nicht von der NPD."

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Filed under: Qualitätsjournalismus

Lars says...

Was, wenn alle Blogger und Journalisten aufhören würden, sich gegenseitig mit (immer) verallgemeinderen Vorwürfen der Qualitäts- und Belanglosigkeit zu bewerfen, und stattdessen die nächsten dreivier Wochen sich auf die eigenen und gemeinsam möglichen Fähigkeiten konzentrierten...?

Natürlich ist es so, dass die traditionellen Medien das Qualitätsmerkmal nicht abstreifen können, ohne sich selbst überflüssig zu machen, während es in Blogs oder - allgemeiner - in Social Media nicht unbedingt um Qualität und Relevanz gehen muss. Bei letzteren sind andere Dinge gleichwertig wie Echtheit, Subjektivität, Authentizität oder, wie unser Vize-Kanzler so gerne sagt, Kante. Jedoch: Die weit verbreitete Art vieler Blogger, sich über jeden kleinen Fehler von traditionellen Medien herzumachen und diese daraufhin niederzumachen, lässt im Umkehrschluss bei selbigen Traditionellen den Wunsch aufkommen, das Neue als irrelevant und wertlos niederzumachen. Oder von mir aus auch umgekehrt, das macht keinen Unterschied. Welches Verhalten zuerst da war, ist für mich persönlich völlig irrelevant. Ich weiß, dass Medien, online und offline, Fehler machen; online oftmals, weil sie immer noch lernen und zu sehr auf das schnelle Geld schauen. Ich weiß auch, dass (Mikro-) Blogger gerne großen Mist schreiben - oft der ach so gerühmten Schnelligkeit der Social Media geschuldet (siehe Johannes Rau) - und genauso oft nur von Medien Vorproduziertes übernehmen, von diesen also profitieren.

Beides ist mir jedoch relativ egal. Ich weiß nämlich auch, dass traditionelle Medien eine ganz fantastische Sache sind, die es grundsätzlich (vielleicht von ein paar Ausnahmen abgesehen)  zu erhalten lohnt; dass wir einen unabhängigen Journalismus brauchen, der Politik, Gesellschaft, Kultur, Sport und Medien sowie ganz allgemein die Welt on- und offline beobachtet, bewertet und kontrolliert. Und ich weiß, dass Blogs, Twitter und alles andere "Soziale" im Netz eine grandiose Entwicklung sind, die sowohl für mich privat als auch für meine Arbeit eine hohe Relevanz haben und die ebenfalls dazu da sind, Politik (mehr denn je!), Sport, Kultur, Gesellschaft und (!) die Medien zu begleiten, zu bewerten und zu kontrollieren.

Deswegen würde es mir gefallen, dass man einmal die ideologisierte Grundsätzlichkeit in der Diskussion vergisst und sich auf Gemeinsamkeiten konzentriert. Das häufige Herumreiten auf beiderseitiger Qualität zeigt mir vor allem, dass es auch ein offensichtliches beiderseitiges Interesse am jeweils anderen gibt.

Also liebe Medien und liebe Blogger: Überrascht Euch doch mal gegenseitig. Mokiert Euch weniger über die jeweiligen Fehler des anderen. Seid einfach gemeinsam relevanter.

Filed under: Qualitätsjournalismus