cult or non-cult, that's the question
Steiner:
„Was nützt es denn, wenn wir den Leuten immer wieder und wiederum sagen, wir seien keine Sekte, wenn wir uns so verhalten, wie wenn wir eine Sekte wären. Immer wieder und wiederum hört man von Anthroposophen der Außenwelt gegenüber sagen: wir, die Gesellschaft, haben diese oder jene Anschauung. Mit uns geschieht das oder jenes. Wir wollen dieses oder jenes. Das war in alten Zeiten möglich, dass in einer solchen Konformität Gesellschaften vor die Welt sich hinstellten. Wenn dieses ‚wir’ verschwindet, dann fühlt sich nicht jeder in der Gesellschaft wie in einem Wassertümpel drinnen, von dem er getragen wird, und auf den er sich entsprechend beruft, wenn es darauf ankommt. Sondern, wenn er in der Gesellschaft seine eigene Meinung und sich selbst vor allen Dingen zu vertreten hat, fühlt er sich auch für dasjenige voll verantwortlich, was er als einzelner, als Individualität spricht.“ (GA 258, p 157.)
(I think this quote also features in Ahern's book Sun at Midnight, somewhere in the first chapters. I'm too lazy to go find it and see what it was he said about it.)
Ganz Auge und Ohr comments:
"Dieser steinersche Selbstvertretungsansatz war und ist meines Erachtens in der anthroposophischen Szene wenig und zuwenig ausgebildet. Es wird stattdessen versucht, einen Konsens zu finden, die womöglich alle vertreten können. Man versucht, einen ‚größten gemeinsamen Teiler’ und ein ‚kleinstes gemeinsames Vielfaches’, die den Hausfrieden regulieren oder regieren soll, das aber meistens zu einer Vermischung oder zu einer Nivellierung der persönlichen Meinungen führt mit den weiteren Folgen für die Gemeinschaft, die in Fraktionen und Cliquen sich aufteilt, und sich deshalb langsam von innen her zersplittert. Was hier in einem sozialen Organismus passiert, ist zu vergleichen mit einem multiplen Myelom, also eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Sie ist gekennzeichnet durch bösartige Vermehrung von Antikörper produzierenden Plasmazellen."


